AktivitÀten
Projektwoche Nationalpark GesÀuse

Die 2c Klasse stellte sich unter der Leitung von Klassenvorstand Wilhelm Ortner und Maria Stiger von 3. bis 7. Juni 2019 der Herausforderung, Natur durch Beobachten, Begreifen und Erleben intensiv zu erfahren.

Mit der Schulcard der ÖBB ging es am Montagmorgen von Graz nach Liezen. Dort wurden wir mit einem Bus nach Johnsbach gefahren, nahmen im Gasthaus Donner unser Mittagessen ein und bezogen unsere sehr schönen Zimmer. 

Am Nachmittag fuhren wir zum Weidendom, um den begehbaren ökologischen Fußabdruck kennen zu lernen. 

- Wie viele Erden brĂ€uchten wir, wenn alle Menschen auf der Erde so lebten wie wir in Österreich?

- Wie beeinflusst mein tĂ€gliches Handeln den ökologischen Fußabdruck?

- Kann ich alleine ĂŒberhaupt etwas fĂŒr unsere (Um)Welt tun?

Wir versuchten, im Fußabdruck-Labyrinth Wege zu einem zukĂŒnftigen Lebensstil zu finden. Danach fuhren wir wieder nach Johnsbach, besichtigten den berĂŒhmten Bergsteigerfriedhof und erkundeten den nahegelegenen Klettergarten.

Der Dienstag stand unter dem Motto: „Naturerlebnis Fels“. Wir fuhren zum Klettergarten Johnsbach im GesĂ€use. Dieses Gebiet ist fĂŒrs Klettern und Bergsteigen seit Jahrhunderten berĂŒhmt und wir erfuhren viel Spannendes aus dieser Bergwelt. Das GesĂ€use wird auch „Schule des Bergsteigens“ genannt. Unter Anleitung von drei geprĂŒften BergfĂŒhrern verbesserten wir unsere Trittsicherheit im GelĂ€nde und auf dem Felsen. Das Spiel mit dem Gleichgewicht auf Fels und mit Gurt und Seil wurde bis zum dritten Schwierigkeitsgrad ausprobiert. In Gruppen gingen wir an unsere psychischen und physischen Grenzen und erlernten bzw. erlebten so Vertrauen, Verantwortung und Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe. Unser Blick fĂŒr die besonderen LebensrĂ€ume der Felsen, Risse und Spalten, die Schuttfluren sowie deren tierische und pflanzliche Bewohner wurde geschĂ€rft. Am Abend erwanderten und benĂŒtzten wir die neu errichtete Kneippanlage in Johnsbach.

Am Mittwoch verließen wir unsere gewohnte „Wohlstandsgesellschaft“ und marschierten mit Karte und Rucksack von Gstatterboden aus 650 Höhenmeter zur idyllisch auf einer Hochebene gelegenen Hochscheibenalm, mitten im Nationalpark GesĂ€use nahe der EnnstalerhĂŒtte am Tamischbachturm. Herr Ortner, Frau Stiger und alle SchĂŒlerInnen ließen in dieser Woche Smartphone und Uhr im Tal zurĂŒck. Wir bauten unser Lager fĂŒr die Nacht selbst und legten die Unterlagsmatte sowie den Schlafsack auf. Aus den dort wachsenden Pflanzen bereiteten wir den geschmackvollen „Hochscheibentee“ selbst zu. Die Notwendigkeit ein Lagerfeuer vorzubereiten und zu entzĂŒnden fĂŒhlten wir am eigenen Körper. Ein großer Kessel wurde an einem Dreifuß gehĂ€ngt und so Wasser warm gemacht. Das Essen bereiteten wir aus einfachen Nahrungsmitteln selbst zu. Unsere Aufgabe war es, ein Leben ohne Strom und elektrische GerĂ€te zu fĂŒhren und mit einem Minimum an Ressourcen auszukommen. Am Nachthimmel suchten wir unseren GlĂŒcksstern und hatten Spaß und Abenteuer in der freien Natur. Da die zweite Nacht sehr gewittrig war, schliefen wir in originellen ortsĂŒblichen Holzknechtducks. 

Am Freitag marschierten (schwitzten) wir bei fast 30 Grad Celsius zur Niederscheibenalm. Die Sennerin Grete hatte frische Krapfen und Fleischbrote zubereitet und so ging es entlang einer Forststraße nach Gstatterboden und mit dem Bus nach Liezen. Am Abend erreichten wir gut gelaunt, aber total erschöpft, den Bahnhof in Graz, wo wir von unseren Eltern sehnsĂŒchtig erwartet wurden.